
Weinberg-Arbeitskalender für Deutschland: Monat für Monat
Der Weinberg kennt keine Pause. Vom Winterschnitt im Januar bis zur letzten Kupferbehandlung im November hat jeder Monat seine Aufgaben — und jede davon beeinflusst Qualität und Ertrag des nächsten Jahrgangs.
Dieses Schema gibt einen Überblick über die wichtigsten Arbeiten im deutschen Weinbau. Es orientiert sich am gemäßigten Kontinentalklima, passt aber natürlich nicht 1:1 auf jede Lage — zwischen Mosel und Kaiserstuhl liegen Welten.
Vier Phasen im Jahresrhythmus
Winterschnitt (Dez–Mrz)
Der Hauptschnitt prägt den gesamten Jahrgang. Er reguliert Ertragsmenge, fördert Qualität und erhält die Vitalität der Rebe. In milden Lagen (Baden, Pfalz) kann er schon im Dezember beginnen.
Pflanzenschutz (Apr–Aug)
Peronospora (Falscher Mehltau) und Oidium (Echter Mehltau) — dagegen wird am meisten gearbeitet. Intervalle von 7–14 Tagen je nach Witterung und Befallsdruck.
Laubarbeit (Mai–Aug)
Triebanheftung, Entblätterung in der Traubenzone, Auslichten. Das verbessert die Belüftung, senkt das Fäulnisrisiko und fördert die Aromabildung — in feuchten deutschen Lagen besonders wichtig.
Lese (Sep–Okt)
Müller-Thurgau und Dornfelder ab September. Riesling und Spätburgunder im Oktober, in Ausnahmejahren bis November.
Arbeitskalender: Januar bis Dezember
Januar
Winter- Winterschnitt (Hauptschnitt)
- Reben vom Draht entfernen
- Spalier reparieren
- Pflanzenschutzmittel- und Düngerkäufe planen
Februar
Winter- Schnitt fortsetzen
- Reben verbrennen oder häckseln
- Technik überprüfen
- Anbinden vorbereiten
März
Frühling- Schnitt abschließen
- Fruchtruten biegen und binden
- Erste Ölbehandlung gegen Milben (wetterabhängig)
- Bodendüngung
April
Frühling- Knospenaustreibung
- Erste Kupferbehandlung
- Erste Schwefelbehandlung (gegen Oidium)
- Unkrautkontrolle (mechanisch oder konventionell mit Herbiziden)
Mai
Frühling- Intensives Triebwachstum
- Regelmäßige Behandlungen gegen Peronospora und Oidium
- Triebe anheften
- Grünmasse auslichten
- Unkrautkontrolle
Juni
Sommer- Blüte
- Kritische Phase für Peronospora und Oidium
- Systemische Fungizide
- Botrytis-Schutz (sortenabhängig)
- Blattdüngung
Juli
Sommer- Beerenwachstum
- Schutzbehandlungen fortsetzen
- Entblätterung in der Traubenzone
- Oidium-Kontrolle (Schwefel)
- Peronospora-Kontrolle (Kontaktmittel)
August
Sommer- Beginn der Reife (Veraison)
- Botrytis-Behandlungen (leicht, kurze Wartezeit)
- Biologische Präparate (Bacillus, Aureobasidium)
- Traubenzone stark entblättern
September
Herbst- Reife
- Wenig Behandlungen
- Lese früher Sorten (Müller-Thurgau, Dornfelder)
- Fäulniskontrolle
Oktober
Herbst- Hauptlese (Riesling, Spätburgunder)
- Beerensortierung
- Herbstarbeiten nach der Lese beginnen
November
Herbst- Herbstliche Kupferbehandlung
- Organik ausbringen
- Gründüngung aussäen
- Wintervorbereitung
Dezember
Winter- Winterpause
- In wärmeren Regionen (Baden, Pfalz) beginnt der Winterschnitt
- Geräte warten und reparieren
Drohnen im Weinbau: Wo sie sich lohnen
Zwischen Mai und August — also genau dann, wenn am meisten zu tun ist — bringen Agrardrohnen handfeste Vorteile. In Steillagen, die für Traktoren unzugänglich sind, ermöglichen sie Pflanzenschutzbehandlungen und reduzieren dabei den Mitteleinsatz um bis zu 30 %.
Die Ultra-Niedrigvolumen-Applikation (2–5 l/ha) schont Boden und Bestäuber. Gleichzeitig verkürzt sie die Wartezeit zwischen zwei Behandlungen — in Jahren mit starkem Infektionsdruck durch Plasmopara viticola ein echter Vorteil.
Zur Erntezeit liefern Multispektralaufnahmen Reifezonen-Karten einer Parzelle — die Grundlage für selektive Lese und gute Traubenqualität.
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