Agrardrohne bei der Beschattung eines Gewächshauses
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    Gewächshausbeschattung mit Agrardrohnen: Was das Konzept taugt und wo es herkommt

    Gewächshäuser brauchen Beschattung — besonders im Hochsommer, wenn die Innentemperatur innerhalb weniger Stunden auf 50 °C klettern kann. Bisher setzt man dafür feste Schattiernetze ein, die per Seilzug oder Motor geöffnet und geschlossen werden. Funktioniert, ist aber grob: Entweder voll Schatten oder kein Schatten, gleichmäßig über die gesamte Fläche, egal ob die Tomaten in der Südecke schon verbrennen und die Gurken im Norden noch Licht brauchen.

    Agrardrohnen können Beschattungsmittel — in der Regel Kalksprays oder reflektierende Beschichtungen — gezielt und ungleichmäßig auf Glasflächen auftragen. Im Kern geht es darum, die starre Beschattung durch eine flexible zu ersetzen: unterschiedliche Dichte je nach Zone, Tageszeit und Kultur.

    Was die Drohne besser kann als feste Systeme

    Zonenanpassung

    Eine Drohne kann die Südseite dichter beschichten als die Nordseite. Feste Netze kennen diesen Unterschied nicht.

    Reaktion auf Wetter

    Nach einer Hitzewelle kann nachbeschichtet werden, nach einer Regenperiode bleibt der Auftrag dünn. Mit Sensordaten aus dem Gewächshaus lässt sich der Beschichtungsgrad planen, statt ihn per Standardrezept festzulegen.

    Kein Gerüstbedarf

    Bei Gewächshäusern über 4 m Firsthöhe wird die manuelle Beschattung teuer und gefährlich. Die Drohne arbeitet ohne Hebebühne und ohne Dachbegehung.

    Geschwindigkeit

    Ein 2.000 m²-Gewächshaus ist in 20–30 Minuten fertig beschichtet — manuell dauert das einen halben Tag.

    Wo es Grenzen hat

    Nicht reversibel

    Die Drohne trägt Beschichtung auf. Sie kann sie nicht wieder abwaschen, wenn plötzlich Bewölkung kommt und die Pflanzen mehr Licht bräuchten. Im Gegensatz zu einem motorisierten Schattiernetz ist der Vorgang nicht reversibel — jedenfalls nicht innerhalb desselben Tages.

    Wind

    Sprühauftrag auf Glasflächen bei mehr als 15 km/h Wind funktioniert schlecht.

    Kleine Flächen

    Bei kleinen Gewächshäusern unter 500 m² lohnt sich der Aufwand kaum — da ist das manuelle Kalkspritzen mit der Gartenspritze schneller und günstiger.

    Methodenvergleich

    Manuelle Beschattung, festes Schattiersystem und Drohne im direkten Vergleich

    KriteriumManuellFestes SystemDrohne
    Flexibilität (Zonen)niedrigniedrighoch
    Reversibilitätgeringhoch (auf/zu)gering
    Zeitaufwandhochgering (automatisiert)gering
    Kosten Erstinvestitionminimalhochmittel (als Service)
    Geeignet ab Flächejedeab ~500 m²ab ~500 m²

    Für wen das sinnvoll ist

    Betriebe mit größeren Gewächshäusern (ab ca. 1.000 m²), die bisher manuell kalken oder deren feste Systeme nicht zonengenau genug arbeiten. Besonders in Süddeutschland, wo die Hitzesommer der letzten Jahre regelmäßig Ernteausfälle durch Sonnenbrand verursacht haben.

    Wer ein funktionierendes motorisiertes Schattiersystem hat und damit zufrieden ist, braucht keine Drohne. Die Technologie löst ein konkretes Problem — nicht alle Probleme.

    Beratung

    Wenn Sie wissen wollen, ob Drohnenbeschattung bei Ihrem Gewächshaus einen Unterschied macht: Schreiben Sie uns Fläche, Kulturen und aktuelles Beschattungssystem — wir geben eine ehrliche Einschätzung.

    Leistung: Dach & Flächen