DJI Agras T100 Agrardrohne im Feldeinsatz
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    DJI Agras T100: Was die neue Flaggschiff-Agrardrohne kann (und was sie kostet)

    Sergey KeilSergey KeilMitgründer AgroDroneEurope26. Februar 2026ca. 9 Minuten Lesezeit

    DJI hat im Juli 2025 den Agras T100 vorgestellt — das größte Modell der Agras-Serie bisher. 100-Liter-Sprühtank, 150-Liter-Streuanlage, über 100 Hektar Sprühleistung pro Stunde, dreifach redundante Hinderniserkennung. Das sind die Eckdaten. Aber was davon ist Praxis und was Marketing?

    Hier ein technischer Überblick, damit Sie einschätzen können, ob der T100 für Ihren Betrieb in Frage kommt.

    Was sich gegenüber dem T60 geändert hat

    Doppelt so großer Tank (100 L statt 50 L)

    Weniger Stopps zum Nachfüllen. Die Quick-Lock-Verriegelung mit 4 Schnapphaken erlaubt den Tankwechsel in Sekunden.

    Koaxiale Doppelrotoren

    Acht koaxiale Motoren mit 62-Zoll-Carbonfaser-Propellern. DJI gibt 32 % mehr Effizienz gegenüber dem T60 an. Der stärkere Abwärtsluftstrom drückt Wirkstofftropfen tiefer in das Blattwerk — auch auf Blattunterseiten.

    Dreifache Hinderniserkennung

    Phased-Array-Radar (360° horizontal, 180° vertikal), LiDAR mit 300.000 Punkten/s und ein Fünf-Kamera-System arbeiten parallel. DJI gibt an, dass die Hindernisumgehung 80 % besser ist als beim Vorgänger — das heißt in der Praxis: Stromleitungen und Drahtzäune werden zuverlässig erkannt.

    Ausfallsicherer Betrieb

    Fällt ein Motorarm aus, stabilisiert sich der T100 und kehrt mit drei aktiven Armen zum Startpunkt zurück.

    Schnelles Laden

    Der DB2160-Akku (41.000 mAh) lädt an der Wechselfrequenzladestation in 8–9 Minuten.

    RTK-Positionierung

    Zentimetergenaue Echtzeit-Kinematik. In Kombination mit KI-Kartierung fliegt der T100 autonome Routen ohne manuellen Eingriff.

    Technische Spezifikationen

    Alle relevanten Kennwerte des DJI Agras T100 auf einen Blick

    Max. Sprühnutzlast100 L
    Max. Streunutzlast150 L
    Max. Hebenutzlast100 kg
    Max. Fluggeschwindigkeit20 m/s
    Durchflussrate40 L/min
    Sprühbreite5–11 m (einstellbar)
    Tröpfchengröße50–500 μm
    Propellerdurchmesser62 Zoll (Carbon)
    ESC420 A
    Akkukapazität41.000 mAh (DB2160)
    Ladezeit8–9 min
    Radar-Reichweite60 m, 360° horizontal
    LiDAR-Abtastrate300.000 Punkte/s
    Betriebstemperatur0 °C bis 40 °C
    Flächenleistung> 100 ha/h

    T100 vs. T60 — Was hat sich verbessert?

    Vergleich der Schlüsselkennwerte: Nutzlast (L/kg), Flächenleistung (ha/h × 10), Durchfluss (L/min) und Propellerdurchmesser (Zoll)

    Infografik: DJI Agras T100 vs. T60 — Vergleich der Kernkennzahlen

    Sprühsystem: Warum die Tropfengröße zählt

    Zwei zentrifugale Zerstäuberdüsen erzeugen Tropfen im Bereich 50–500 μm. Zu fein → Abdrift. Zu grob → Tropfen perlen vom Blatt ab. Die stufenlose Einstellung erlaubt Anpassung an Kultur, Mittel und Wind.

    Die koaxialen Rotoren drücken die Tropfen aktiv in den Bestand — auch auf Blattunterseiten. Bei Pilzkrankheiten wie Botrytis oder Peronospora, bei denen sich Sporen bevorzugt auf Blattunterseiten ansiedeln, ist das ein konkreter Vorteil gegenüber herkömmlichen Spritzgeräten.

    Optional gibt es ein Nebelsprühkit für Obstgärten und Weinberge mit dichter Belaubung.

    Streuanlage und Transport

    Die Streuanlage hat 150 L Kapazität (doppelt so viel wie beim Vorgänger) und 270 % mehr Durchfluss. Eine Zentrifugalwurfscheibe verteilt Granulat gleichmäßig — brauchbar für Saatgut, Dünger und Kalkung.

    Mit 100 kg Hebelast funktioniert der T100 auch als Transportdrohne: Erntekisten, Setzlinge, Feldmaterial. Automatische Gewichtserkennung, Balance-Control und programmierbare Lade-/Entladepunkte.

    Der 4-Schnappverschluss wechselt zwischen Sprüh- und Streubehälter werkzeugfrei in wenigen Sekunden.

    Was das für einen 200-ha-Betrieb heißt

    Bei 15 L/ha Applikation und über 100 ha/h Sprühleistung: ca. 2 Stunden Gesamtflugzeit für 200 ha. Im Vergleich zu Bodengeräten reduziert die Drohne die benötigte Spritzbrühe erheblich (typisch 15 L/ha statt 200–400 L/ha) — die Einsparung betrifft vor allem die Trägerflüssigkeit (Wasser). Bei Teilflächenapplikation kann auch der Wirkstoffeinsatz sinken, je nach Verfahren und Kultur. Keine Bodenverdichtung. Für Hanglagen, vernässte Flächen und enge Reihenkulturen ist der T100 oft die einzige Option, die ohne Flurschaden funktioniert.

    Verfügbarkeit in Deutschland

    Der T100 wurde im Juli 2025 global vorgestellt. Marktstart war zunächst in Südostasien und Lateinamerika. In Europa laufen die Zulassungsverfahren nach EU-Drohnenverordnung (EU 2019/945) und den nationalen Pflanzenschutzgesetzen.

    Für den Agrareinsatz in Deutschland braucht man eine EASA-Genehmigung der Kategorie „Speziell" (STS-01/STS-02 oder individuelle LBA-Genehmigung). Unsere Piloten haben alle nötigen Lizenzen.

    Wir verfolgen die Markteinführung und informieren Sie, sobald der Einsatz bei Ihnen möglich wird.

    Beratung

    Wenn Sie wissen wollen, ob der T100 für Ihren Betrieb in Frage kommt: Schreiben Sie uns Fläche, Kultur und Anforderungen — wir erstellen ein Einsatzkonzept.

    Leistung: Pflanzenschutz