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    * Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel sind nicht im Preis enthalten, sofern nicht ausdrücklich vereinbart.

    * Flächenleistung abhängig von Schlagform, Distanz, Wind, Aufwandmenge sowie Nachfüll- und Akku-Logistik.

    * Anfahrt bis 50 km inklusive – darüber hinaus nach Absprache als separate Position.

    * Alle Preise zzgl. gesetzl. MwSt. Unverbindliche Richtwerte – Endpreis nach Aufmaß und Besichtigung.

    Wenn die Ernte drückt, der Boden nicht tragfähig ist oder das Zeitfenster zu klein wird, scheitert die Zwischenfrucht oft nicht am Willen — sondern an der Logistik.

    Unter Drohnenaussaat (Flugsaat) versteht man die Ausbringung von Saatgut aus der Luft, häufig für Zwischenfrüchte und Untersaaten. Ein zentraler Ansatz ist die Vorernte-Saat: Die Zwischenfrucht wird 2–4 Wochen vor der Getreideernte in den stehenden Bestand gestreut und nutzt Restfeuchte sowie Schatten des Bestands für die Keimung.

    Das wird aktuell in Praxis und Projekten in Deutschland aktiv erprobt — mit dem EIP-Projekt „Flugsaat" (Schleswig-Holstein) als einem der bekanntesten Beispiele.

    Wann lohnt sich Flugsaat besonders?

    Wenn der Traktor zu spät kommt, zu viel kaputtmacht oder gar nicht fahren kann — hat die Drohne ihren Moment.

    Zwischenfrüchte vor der Ernte

    Vorernte-Saat 2–4 Wochen vor der Getreideernte in den stehenden Bestand: Zeitfenster von Befahrbarkeit und Arbeitsspitzen entkoppeln. Die Zwischenfrucht keimt, während die Hauptkultur noch steht.

    Untersaaten — besonders in Mais

    Mais im 5–6-Blatt-Stadium (kniehoch, vor Reihenschluss): Die Drohne überfliegt den Bestand ohne Bodenkontakt — kein Traktor, keine Spurrillen, keine beschädigten Maispflanzen. Bewährt: Deutsches + Welsches Weidelgras, Weißklee, 10–20 kg/ha.

    Grünland-Nachsaat

    Schwer befahrbare oder feuchte Flächen, auf denen Maschinen Schäden anrichten würden. Die Drohne arbeitet unabhängig von Tragfähigkeit und Bodenzustand.

    Bodenverdichtung vermeiden

    Keine Überfahrten, keine Verdichtung — besonders relevant auf struktursensiblen Böden oder nach nassen Perioden, wenn jede Traktorspur zählt.

    Vorteile — was bringt es in der Praxis?

    Hohe Flächenleistung: DJI Agras T50: 6–8 ha/h in der Praxis (EIP-Projekt „Flugsaat"), Herstellerangabe bis 12 ha/h. DJI Agras T100 mit 100 kg Nutzlast liegt deutlich darüber. Entscheidend: Saatmenge, Feldform, Logistik beim Nachfüllen.
    Bodenschonung: Keine Überfahrten, keine Verdichtung. Besonders relevant auf Böden, die nach nassen Perioden oder schwerer Ernte ohnehin unter Druck stehen.
    Arbeitsspitzen entzerren: Aussaat kollidiert weniger mit Ernte und Folgekulturen. Das Zeitfenster wird von der Befahrbarkeit entkoppelt.
    Früheres Etablieren: Mehr Vegetationszeit kann Biomasseaufbau und N-Aufnahme unterstützen — abhängig von Mischung, Standort und Witterung.

    Flächenleistung: T50, T100 & Traktor

    DJI Agras T50 & T100 vs. Traktor — Praxis- und Herstellerangaben; reale Werte hängen stark von Logistik, Feldform und Saatmenge ab

    T50 Praxis: EIP-Projekt „Flugsaat" SH. T100 Praxis: geschätzt auf Basis doppelter Kapazität und breiterer Streubreite (13 m). Bei ~25 €/ha (Orientierungswert) amortisiert sich der Mehrpreis gegenüber bodenschonenden Alternativen oft bereits durch eingesparte Flurschäden und Zeitgewinn.

    Unsere Drohnen: DJI Agras T50 & T100

    Wir setzen beide DJI-Agras-Modelle ein — je nach Schlaggröße, Saatmenge und Logistik. Hier die wichtigsten Eckdaten für die Aussaat.

    DJI Agras T50

    Streunutzlast50 kg (75 L Behälter)
    Durchsatz (Streuen)bis 1.500 kg/h
    Streubreitebis 8–10 m
    Flächenleistung Praxis6–8 ha/h
    Flächenleistung max. (Hersteller)bis 12 ha/h
    Wirtschaftl. Grenze Streuen≤ 70 kg/ha
    Korngrößen-Bereich0,5–5 mm

    DJI Agras T100

    Streunutzlast100 kg (150 L Behälter)
    Durchsatz (Streuen)bis 400 kg/min
    Streubreitebis 13 m
    Flächenleistung Praxis>12 ha/h (geschätzt)
    SchneckenfördererJa — für versch. Granulate
    Reinigung Streusystemwerkzeugfrei
    Startzustand75 kg (mit Streusystem)

    Angaben gemäß DJI-Spezifikationen und Praxisberichten (PROFI.de, EIP-Projekt „Flugsaat"). Tatsächliche Leistung hängt von Kornform, Ausbringmenge, Logistik und Feldbedingungen ab.

    Zwischenfrucht-Untersaat in Mais

    Der Mais ist zu hoch für den Schlepper — aber die Drohne fliegt darüber. Kurz vor dem Reihenschluss ist das Zeitfenster für die Untersaat knapp. Genau dann ist die Drohne die einzige Option ohne Pflanzenschäden und Spurrillen.

    Optimaler Zeitpunkt

    5–6-Blatt-Stadium des Maises (ca. kniehoch, Anfang bis Mitte Juni) — kurz vor dem Reihenschluss. Zu früh: Konkurrenz zum Mais bei kalter, feuchter Witterung. Zu spät: zu wenig Licht am Boden für eine sichere Keimung.

    Geeignete Arten & Mischungen

    Deutsches Weidelgras + Welsches Weidelgras (50:50)

    Bewährteste Mischung — gute Winterhärte, ausreichende Wüchsigkeit, schattentolerant. 12–20 kg/ha.

    Weißklee-Mischung (ggf. mit Gräsern kombiniert)

    N-Fixierung, sehr schattentolerant — als Beimischung zu Weidelgras gut geeignet.

    Phacelia

    Schnelle Keimung — weniger schattentolerant, vorsichtig einsetzen. Nicht als Reinbestand.

    Saatstärke

    10–20 kg/ha je nach Mischung. Weidelgräser sind Lichtkeimer — kein Einarbeiten nötig. Bei Drohnenausbringung ohne Bodenbearbeitung mind. 1,5× der üblichen Drillmenge einplanen.

    Flugtechnik

    Flughöhe 3–5 m über dem Bestand. Der Abwärtsluftstrom der Rotoren drückt das Saatgut in den Bestand und unterstützt den Samenkontakt mit dem Boden.

    Wichtige Hinweise zur Mais-Untersaat

    • Timing mit letzter Herbizidanwendung abstimmen — Wartezeiten je nach Mittel beachten
    • Ohne Regen in den ersten Tagen nach Saat schlechte Keimbedingungen — Witterung im Blick behalten
    • Keine großkörnigen Leguminosen (Ackerbohne, Futtererbse) — zu hohe Saatmenge, nicht streuergeeignet
    • Ab Reihenschluss starke Beschattung: Weißklee und Weidelgras tolerieren Halbschatten deutlich besser als Phacelia
    • Bei Silomais-Ernte: Bestand bleibt weitgehend intakt und kann nach Ernte rasch auflaufen

    Grenzen & typische Fehler

    Drohnenaussaat ist kein Zaubertrick. Sie funktioniert am besten, wenn diese Punkte stimmen:

    1) Boden-Kontakt & Feuchte

    Saatgut, das oben auf Strohmatten liegt oder in Trockenheit gestreut wird, hat schlechte Karten. Strohmanagement und Timing sind entscheidend — das ist kein Drohnenproblem, sondern ein Grundprinzip jeder Aussaat.

    2) Wetter & Wind

    Wind verschiebt Streubilder. Bei ungünstigen Bedingungen entstehen Fehlstellen oder Überlappungen. Seriöse Dienstleister brechen ab oder verschieben, wenn der Wind zu stark ist.

    3) Mischung & Kornform

    Mischungen streuen je nach Kornform und Gewicht unterschiedlich. Gute Dienstleister kalibrieren den Streuer vorab und wählen Komponenten, die zur Technik passen.

    4) Ernte-Überfahrten

    Bei sehr früher Vorernte-Saat können Fahrspuren von Mähdrescher und Strohpresse Bestände beeinträchtigen. Das Timing muss zur konkreten Erntepraxis des Betriebs passen.

    So läuft ein Drohnenaussaat-Einsatz ab

    1

    Ziel & Mischung klären

    Erosion, N-Bindung, Unkrautunterdrückung, Bodenstruktur — das Ziel bestimmt die Mischung. Keine universelle Mischung, sondern eine standort- und zielangepasste Auswahl.

    2

    Fläche vorbereiten

    Schlaggrenzen, Hindernisse, sensible Zonen (Gewässer, Wege, Siedlungsrand) kartieren. Je besser die Vorbereitung, desto sicherer die Ausbringung.

    3

    Kalibrierung

    Streumenge (kg/ha), Streubreite, Fluggeschwindigkeit — mit Testlauf vor dem Einsatz. Ohne Kalibrierung keine reproduzierbare Ausbringung.

    4

    Ausbringung

    Typischerweise in niedriger Flughöhe über dem Bestand, mit planbarer Bahnführung. Der Abwärtsluftstrom der Rotoren unterstützt den Samenkontakt mit dem Boden.

    5

    Dokumentation

    Ausbringmenge, Fläche, Datum, Bedingungen — für den Nachweis (Förderungen, Cross-Compliance) und für die eigene Lernkurve.

    Rechtlicher Rahmen (DE/EU)

    Wichtig, bevor man einfach „losstreut":

    Offene Kategorie — ohne Genehmigung?

    In der „offenen" Kategorie (EU-Drohnenverordnung) sind Operationen ohne Genehmigung nur möglich, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden — dazu zählt u. a. kein Abwurf von Gegenständen oder Materialien.

    Spezielle Kategorie für Ausbringung

    Ausbringung (wie Saatgut streuen) ist typischerweise ein Grund, warum ein Einsatz in die „spezielle" Kategorie fallen kann — mit Risikobewertung (SORA) und Erlaubnis je nach Szenario und geografischer Zone.

    Hinweis: Das ist keine Rechtsberatung. Vor jedem Einsatz klären wir, welche Betriebskategorie, Auflagen und geografischen Zonen für die konkrete Fläche gelten.

    FAQ

    Wie schnell geht das?

    DJI Agras T50: 6–8 ha/h in der Praxis (EIP-Projekt „Flugsaat", Schleswig-Holstein), Herstellerangabe bis 12 ha/h. DJI Agras T100 mit 100 kg / 150 L liegt aufgrund der doppelten Kapazität und 13 m Streubreite deutlich darüber. Entscheidend ist die Logistik: Wie schnell werden Drohne befüllt und Akku getauscht?

    Wie teuer ist das?

    Kosten hängen stark von Region, Menge und Einsatzbedingungen ab. In Praxisbeispielen werden für Drohnen-Flugsaat Leistungen um ca. 25 €/ha (bei bestimmten Aussaatstärken) genannt — das ist ein Orientierungswert, kein Fixpreis.

    Ist das präzise genug?

    Bei sauberer Kalibrierung und klaren Schlaggrenzen ist die Ausbringung gut planbar. „Präzise" heißt hier: reproduzierbar, dokumentiert, mit minimierten Überlappungen — nicht „auf den Millimeter".